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Stadt der (B)engel

Posted by on 26. November 2012

Zu Beginn unserer USA Reise wohnten wir in der „killing zone“ von Oakland, zum Abschluss im „Gang“-Viertel von Los Angeles. Wieder haben wir das Hotel nur nach dem Preis ausgewählt und wieder war es in einem der gefährlichsten Stadtteile. Auf der einen Seite die Glitzerwelt Beverly Hills und auf der anderen Seite ein riesiges Kriminalitätsproblem. Es gibt es ca. 40000 Gangmitglieder in LA und davon die meisten im südlichen Teil der Stadt. Genug auch in Ingelwood wo sich unser Hotel befand. Da wir jedoch ein Auto hatten verließen wir tagsüber die Südstadt und nachts blieben wir einfach im Hotel. Sicher ist sicher. Zu Los Angeles jedoch später mehr.

Kurz nachdem wir Las Vegas den Rücken kehrten erreichten wir das „Valley of fire“. Eine wüstenähnliche Landschaft gespickt mit roten Felsen. Der Höhepunkt war eine dieser Felswellen, die durch Auswaschungen entstanden sind. Der 1,6 Kilometer lange Weg vom Parkplatz zur Welle war extrem anstrengend, denn es war wieder um die 40 Grad heiß. Man neigt dazu diese relativ kurze Distanz zu unterschätzen, doch bei diesen Temperaturen kann es schnell zur Tortour werden. Die Welle war zwar sehr sehenswert, trotzdem waren wir erleichtert wieder im klimatisierten Auto zu sitzen.

Von hier aus fuhren wir direkt weiter Richtung Bryce Canyon. Wir durchquerten Laubwälder mit gelb gefärbten Blättern, leider sahen wir jedoch auch viele tote Bäume. Der Bryce Canyon war fantastisch. Zwar nicht so groß wie der Grand Canyon, dafür aber mit zinnenartigen Steinformationen gespickt. Man konnte mit dem Auto mehrmals an grandiosen Aussichtspunkten stoppen. Zum Wandern fehlte uns diesmal die Lust. Toll war es trotzdem.

Nächster Park war der Zion Nationalpark. Diesen durchquerten wir nur teilweise und zwar hauptsächlich um weiter in den Süden zu kommen. Trotzdem gab es auch dort tolle Ausblicke auf Pfannkuchen förmige Felsgebilde.

Übernachtet haben wir dann im netten Cowboystädtchen Kanab bevor wir zum Lake Powell kamen. Einem riesigen Stausee der durch Aufstauung des Colorado Rivers entstand. Unser eigentliches Ziel dort in der Nähe waren jedoch der Horseshoe Bend und der Antilope Canyon. Ersteres ist eine Schleife des Colorado, die man von vielen Bildern kennt. Olga verglich es mit der Saarschleife, die jedoch um einiges kleiner ist als der Horseshoe Bend. Man konnte sich ohne Absperrung direkt an den Abgrund stellen und vor einem ging es ca. 300 Meter senkrecht nach unten. Puh kam da meine Höhenangst zu Tage. Somit musste Olga die Fotos schießen.

Für den Nachmittag des selben Tages hatten wir eine Tour gebucht. Wir wollten den Antelope Canyon besuchen und dies kann man nur mit einem Guide. Wir also zum Veranstalter in Page gefahren und im Office gewartet das es endlich los ging. Immer wieder schauten wir auf die Uhr und wurden etwas nervös, da es bereits vor über einer halben Stunde losgehen sollte und wir die einzigen Besucher des Büros waren. Irgendwann fragten wir dann doch und erfuhren somit, daß wir kurz vor Page die Zeitgrenze überschritten hatten und wir 1,5 Stunden zu früh erschienen sind. Prompt kamen kurze Zeit darauf zwei Busladungen voll Japaner in das Büro des Veranstalters. Na hurra, wir befürchteten schon daß wir nicht viel vom Canyon sehen werden außer Asiaten. Zu unserem Glück bekamen wir jedoch mit 5 anderen Touristen eine eigene Tour und erreichten den Canyon vor der japanischen Reisegruppe. Wir wurden mit einem Allradfahrzeug über extrem sandige und bucklige Wege gefahren bevor wir den höhlenartigen Eingang des sogenannten Slotcanyons erreichten. Es war wirklich atemberaubend. Die Schlucht war teilweise extrem eng und von oben fiel Licht hinein. Im Inneren waren die Wände rund ausgewaschen, was perfekte Farbspiele ergab. Es war wirklich fantastisch. Das Gebiet gehört den Navajo-Indianern und nur sie veranstalten Touren zu dem Canyon, somit hatten wir auch eine Indianerin als Guide. Die Tour war nicht gerade billig, doch absolut lohnenswert. Besonders teuer sind die Führungen über Mittags, denn zu der Zeit ist die Sonneneinstrahlung perfekt und im Inneren bilden sich Spotlights. Wir waren jedoch am Nachmittag dort aber es war trotzdem wunderschön.

Am gleichen Tag fuhren wir noch weiter nach Flagstaff. Eine etwas größere Stadt mit 60000 Einwohnern an der ehemaligen Route 66. Dort wollten wir etwas relaxen und buchten ein Hotel für 3 Nächte. An einem Tag fuhren wir relativ spät zum südlichen Teil des Grand Canyons um dort bis zum Sonnenuntergang zu bleiben. Der Bryce Canyon war mit seinen Zinnen zwar schöner als der Grand Canyon, dafür ist dieser aber unvorstellbar groß und tief. Natürlich war ziemlich viel los, da jeder der irgendwie in der Nähe ist diese Sehenswürdigkeit besucht. Also entschieden wir uns so weit wie möglich vom Visitor Center weg zu fahren um uns dort den Sonnenuntergang anzusehen. Dieser war sehr beeindruckend. Die anderen beiden Tage relaxten wir im hoteleigenen Whirlpool und sahen uns ein wenig die Stadt an.

Über Laughlin, klein Las Vegas mit seinen großen Hotel-/Casinokomplexen, fuhren wir durch die Mojave Wüste zum Joshua Tree Nationalpark. Dieser gefiel uns, mit seinen skurrilen Joshua Bäumen, auch sehr gut. Wir machten eine tolle Wanderung und sahen zusätzlich zu den Felsformationen sehr viele Erdhörnchen und Kakteen. Da Olga ein großer Kakteenfan ist und sie sich stundenlang daran erfreuen kann, benötigten wir für einen Rundwanderweg der mit einer Stunde ausgezeichnet war direkt mal das dreifache an Zeit. Noch ein weiterer Stopp im Joshua Tree Nationalpark bescherte uns eine skurrile Kakteenlandschaft. Ein Paradies für Olga.

Geschlafen haben wir in Palm Springs, früher der Zufluchtsort der Reichen und Schönen. Im Ort stand eine ca. 10 Meter hohe Marilyn Monroe Statue und wir verbrachten den Tag hier indem wir per Auto die Ex-Häuser von Frank Sinatra, Elvis, Audrey Hepburn und das aktuelle Haus von Goldie Hawn und Kurt Russell abfuhren. Nach so viel Natur war dies eine gelungene Abwechslung.

Unsere letzten Tage mit Auto planten wir, wie bereits weiter oben erwähnt, in Los Angeles. Wir hörten vorher schon, daß die Stadt nicht so toll sein soll und wir können dies absolut bestätigen. Alles liegt extrem weit auseinander, dreckig, laut, Hollywood bei weitem unglamouröser als erwartet … keine schöne Stadt. Das Autofahren war ein Abenteuer, denn Los Angeles hat ein unglaublich großes Straßennetz. So fuhren wir z.B. über 18-spurige Straßen, auf jeder Seite neun Spuren. Wir waren sehr froh das mein Smartphone uns als Navi diente. Die schönsten bzw. interessantesten Dinge in LA waren der Ausblick vom Observatorium bei Nacht, die Architektur der Walt Disney Concert Hall und Venice Beach. Letzterer war gespickt mit ausgeflippten lustigen Leuten und es war ein Spaß dort die Zeit mit Menschenbeobachtung zu verbringen. Eine kleine Anekdote erlebten wir am Grab von Marilyn Monroe. Es war ein sehr unauffälliges Grab auf einem kleinen Friedhof mitten in der Stadt. Als wir es fanden brachte ein blondiertes Girl gerade Rosen am Grabstein an. Wir kamen mit ihr ins Gespräch und sie war Vorsitzende eines Marilyn Fanclubs der es sich zur Aufgabe machte jede Woche frische Rosen an ihr Grab zu bringen. Sie investierte wirklich viel Geld in Rosengestecke.

Etwas außerhalb von LA war es netter, z.B. am Long Beach oder am Huntington Beach. Nachdem wir uns 5 Tage durch den Massenverkehr von LA gekämpft hatten, gaben wir das Auto zurück und flogen nach Atlanta, wo wir Susanne vom Flughafen abholten. Wir verbrachten dort gemeinsam eine Nacht in einem Flughafenhotel und starteten am nächsten Morgen nach Belize.

5 Responses to Stadt der (B)engel

  1. suse

    Cooooooooollllleeee Bilder!!! War bestimmt eindrucksvoll!!!! So gigantisch groß wie dieses Land ist.
    Ich hoffe ihr habt es genossen.

  2. Elvira

    Super für uns alle zusammen gefasst! Und- was für eindrucksvolle Bilder! Da habe ich schon sehr viel Lust nachzukommen, denn hier ist es seit heute nur dunkel und es soll nun ab evtl. morgen Schneeregen geben, also hier hält der Winter einzug!
    Deshalb genießt Eure wunderbare Zeit;-)
    Ganz liebe Grüße
    Elvira

    • Volker

      Danke Elvira, wir sind gerade in Kolumbien und haben 35 Grad, auch kein Spass 😉 aber besser als Schneeregen!

  3. Petra

    Wenn ich das so lese, dann bekomme ich einfach Lust, dorthin zu fahren, obwohl ich ja auch schon einiges kenne. Ihr habt so viel Schönes gesehen und es geht für Euch immer noch weiter… ein Ende ist vorläufig nicht in Sicht… Ich muss immer Urlaub auf Raten machen 😉 Viel Spaß weiterhin!
    Viele Grüße
    Petra

    • Volker

      Naja Petra, ein Ende ist schon langsam in Sicht, 2/3 haben wir ja schon rum 😉
      Fährst du nicht auch bald für 3 Monate nach Südamerika?

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